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Beiträge vom Januar, 2010

Mark Medlock leidet unter Cluster

Sonntag, 10. Januar 2010 7:32

Wie ich heute durch Zufall im Internet gelesen habe, leidet Mark Medlock wohl ebenfalls unter Clusterkopfschmerzen. Durch die Presse ging dieses Thema bereits im März 2009 als Mark wegen einer Attacke ins Krankenhaus eingeliefert wurde, aber ich bin erst heute darüber gestolpert. Die Krankheiten eines Prominenten gehören meiner Meinung nach in sein Privatleben und sollten nicht einfach so breit getreten werden, aber da über Mark’s Erkrankung bereits mehrfach berichtet wurde und er wohl auch schon selbst darüber im TV gesprochen hat, sehe ich kein Problem auch darüber zu schreiben. Vielleicht kann Mark aufgrund seiner Bekanntheit auch etwas zur Aufklärung und zum bessern Verständniss dieser doch relativ seltenen und unbekannten Krankheit in der Öffentlichkeit beitragen. Immerhin dauert es im Durchschnitt bis zu 8 Jahre, bis ein Arzt bei einem Clusterpatienten die richtige Diagnose stellt.

Laut einigen Berichten angeblich unter der chronischen Variante. Beschrieben wird in diesen Berichten dann aber auch of die eigentlich Episodische Variante des Clusterkopfschmerzes. Ich kann mir auch schwer vorstellen das ein chronischer Clusterpatient so seiner Arbeit nachgehen kann wie Mark Medlock, aber wenn es tatsächlich so sein sollte und nicht die Medien etwas durcheinander gebracht haben, dann ziehe vor Mark und seiner Stärke den Hut und wünsche ihm alles Gute!

20090325_newsHier noch ein paar Links zum Thema:

Thema: Allgemein | Kommentare (3) | Autor: Markus

Clusterkopfschmerzen bei Dr. House

Sonntag, 10. Januar 2010 6:26

Ich hatte vor einiger Zeit schon mal von einer Folge der amerikanischen TV-Serie Dr. House berichtet, in welcher es um Clusterschkopfmerzen geht (Staffel 3, Episode 23).

Nachdem ich vor kurzem einen Kommentar zu dieser Folge erhalten habe, habe ich mir nun diese Folge in Ruhe angesehen und bin ehrlich gesagt ziemlich schokiert und auch sauer wieviel Blödsinn darin über Clusterkopfschmerzen erzählt wird und welches falsche Bild damit auf diese Krankheit geworfen wird. Ich habe im folgenden mal alle Punkte zusammen geschrieben die aus meiner Sich falsch und richtig sind.

Fehler #1: Verhalten & Persönlichkeit
Der Clusterpatient (ein Jugendlicher) verhält sich aggressiv gegenüber anderen und auch ansonsten wie ein totales Ekel. Dieses Verhalten wird bei Dr. House den Clusterkopfschmerzen zugeordnet, was absoluter Blödsinn ist. Manche Clusterpatienten zwar neigen dazu sich selbst Schmerzen zu zufügen, in dem sie zum Beispiel mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, sich vor Schmerzen die Haare ausreißen oder sich gar schlimmeres antun. Daher kommt auch der frühere Begriff der “Suicide Headaches”. Aber Agressionen gegenüber anderen Personen sind mit Sicherheit kein typisches Verhalten. Ich habe auch noch nie gehört, das Clusterkopfschmerzen die Persönlichkeit eines Menschen so verändern das er zum absoluten Ekel wird. Mit Sicherheit kann sich die Krankheit auch auf die Psyche und das Verhalten auswirken, aber meist eher dahingehend das die Betroffenen sich von der Umwelt zurück ziehen.

Fehler  #2: Auslöser
Dr. House stellt sich die Frage was wohl der Auslöser für die Clusterkopfschmerzen gewesen sein könnte. Fakt ist, das derzeit keine Auslöser für diese Krankheit bekannt sind. Es gibt ein paar Vermutungen wie bzw. wodurch diese Krankheit entsteht, aber wenn die Medizin einen oder mehrere Auslöser finden würde, dann wäre das mit Sicherheit ein grosser Sprung in der Erforschung der Krankheit. Es gibt lediglich sogenannte Trigger. Das sind Auslöser welche bei einem Clusterkopfschmerzpatienten eine Schmerzattacke auslösen können, aber eben keine bekannten Auslöser welche die Krankheit selbst hervorrufen.

Fehler  #3: Therapie
Es wird behauptet “die übliche  Therapie dagegen wären Steroide”. Davon habe ich ebenfalls noch nie etwas gehört. Die übliche Therapie und erste Wahl sind immer noch Verapamil, Sauerstoff und Triptane. Da bei dem Patienten in der Serie die Steroide nicht helfen verabreicht ihm Dr. House Blutverdünner und eine TMS (Transkranielle Magent Stimulation). Auch von diesen beiden Varianten habe ich noch nichts gehört, vielleicht wurden hier Blutverdünner mit Blutdrucksenker verwechselt.

Fehler #4: Hirnchirurgischer Eingriff
Es wird behauptet “die einzige bei Clusterkopfschmerzen zugelassene Therapie ist ein Hirnchirurgischer Eingriff”. Hierzu muss man sagen, das es tatsächlich Versuche mit dem Einsetzen von sogenannten Hirnschrittmachern gibt. Diese werden aber sehr selten durchgeführt und ich persönlich weiss von einer Patientin, die diesen durchführen hat lassen ohne das sich eine Besserung dadurch ergeben hat.

Fehler #5: Die Schmerz
Es hat den Anschein, daß der Patient zu Beginn im Krankenhaus die ganze Zeit die Schmerzen hat. Er liegt in seinem Krankenbett, hält sich dabei ein den Kopf und sagt er hätte starke Schmerzen. Ebenfalls ziemlicher Blödsinn! Clusterkopfschmerzen treten eigentlich immer in Form einzelner, in Episoden aufeinanderfolgender, Attack auf welche Zeitlich begrenzt sind. Dazwischen ist der Patient schmerzfrei. Daher kommt ja auch der Name Cluster (Anhäufung, Gruppe). Ausserdem sind diese Schmerzattacken meist so heftig, das sich der Patient vor Schmerzen windet und dabei alles andere als ruhig daliegen kann um mit einem Arzt zu diskutieren. Ein starker Bewegungsdrang während einer Clusterattack ist eines der häufigen Symptome im Gegensatz zu Migräne-Patienten. Ausserdem sind Clusterkopfschmerzen alles andere als “einfach” Kopfschmerzen. Sie zählen wohl mit zu den schlimmsten Kopfschmerzerkrankungen die es gibt!

Fazit
Zum Ende der Folge stellt sich dann heraus, daß der Patient doch keine Clusterkopfschmerzen hat. Das tröstet aber nur wenig über die oben aufgeführten Fehler hinweg, denn Dr. House und sein Team gehen lange Zeit von Clusterkopfschmerzen aus. obwohl die Symptome nicht wirklich typisch sind und stellen des weiteren absolut falsche Behauptungen über diese Erkrankung auf. Noch dazu zeigen sie die Krankheit dadurch in einem komplett falschen Licht. Vor allem die Darstellung das Clusterkopfschmerzen zu starken Persönlichkeitsstörungen führen und das Clusterpatienten gewalttäig gegenüber anderen Menschen werden schadet mit Sicherheit eher den Betroffenen als das es vielleicht zur Aufklärung über diese doch eher unbekannte Krankheit beitragen könnte.

Wenn jede Dr. House Folge so mangelhaft recherchiert ist wie diese ist das wirklich ein Armutszeugnis für die Drehbuchautoren oder die beratenden Ärzte der Serie. Da es bei der Serie meist um eher seltene oder unbekannte Krankheiten geht, fehlt das aber wohl kaum jemandem auf. Selbstverständlich bin ich kein Arzt der alle oben aufgeführten Fehler mit absoluter Sicherheit behaupten kann, aber ich denke das ich über meine Erkrankung doch gut genug Informiert bin um mir der genannten Fehler sicher zu sein. Ich habe auch eine Internetseite von einem Arzt aus Illionis gefunden, welcher sich mit den Fehler in den Dr. House folgen beschäftigt und auch er scheint auf die gleichen Fehler zu kommen wie ich (siehe hier)

Thema: fernsehen | Kommentare (0) | Autor: Markus

Ein Jahr schmerzfrei!

Sonntag, 10. Januar 2010 4:13

Ich denke es ist an der Zeit das ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir gebe und Berichte was inzwischen passiert ist.

Anfang 2009 habe ich mir nach der “Käpt’n Blaubär Attacke” von meinem Neurologen Imigran Inject verschreiben lassen. Das ist ein Triptan das im Akutfall meist sehr gut und schnell wirkt, da man es sich mit einer Art Stift selbst unter die Haut spritzt. Leider bot sich mir auch schon kurze Zeit später (Januar 2009) die Möglichkeit diese Triptan-Spritze zu testen. Ich hatte eine starke, nächtliche Attacke die ich mit Sauerstoff nicht in den Griff bekommen habe und so habe ich das Imigran Inject zum ersten Mal versucht. Es hat mich eine große Überwindung gekostet, mir die Spritze selbst zu verabreichen. Die Wirkung war aber überwältigend, innerhalb von ca. 2 Min war die komplette Schmerzattacke beendet. Ich kann nur jedem Clusterpatienten dringend empfehlen zu testen ob diese Möglichkeit der Akutbehandlung funktioniert. Natürlich nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Neurologen!

Dank der weiteren Einnahme von Verapamil verging der Januar und Februar 2009 bis auf ein paar kleinere Attacken, welche ich mit Sauerstoff behandeln konnte, relativ beschwerdefrei.

Erst im August 2009 während meines Urlaubs hatte ich ein paar kleinere Attacken meist tagsüber um die Mittagszeit. Da ich keinen Sauerstoff zur Hand hatte und sie nicht so stark waren das ich die Spritze einsetzen wollte oder musste, habe ich diese meist einfach ausgehalten. Die Attacken waren aber auch wirklich nur sehr leicht. Auch das ganze restliche Jahr zeigte sich der Cluster eigentlich kein einziges Mal mehr richtig. Alle paar Wochen hatte ich mal eine der kleinen Mini-Attacken, aber auch diese waren entweder auszuhalten oder sehr leicht mit Sauerstoff zu beenden. Es war mehr wie ein anklopfen, als ob der Cluster mir zeigen wollte daß er noch irgendwo in mir schläft.

Inzwischen haben wir Januar 2010 und ich kann mit freude sagen das ich nun 1 Jahr schmerzfrei und ohne größere Attacken bin. Und das alles ohne Einnahme von irgendwelchen Medikamenten oder Umstellung meines Lebens. Ich hoffe natürlich das daß auch noch lang Zeit so bleibt!

Ich werde natürlich auch weiterhin hier immer wieder berichten wie es mir geht und was es vielleicht neues gibt.

Ich wünsche allen eine schmerzfreie Zeit!

Thema: Allgemein, Medikamente, clusterattacke, imigran, verapamil | Kommentare (0) | Autor: Markus